Was ist eine gute Internetseite?

Der Erstellung einer erfolgreichen Internetseite geht stets eine ausführliche Website-Analyse voraus. Es gilt die wichtigsten erfolgskritischen Fragen im Vorfeld zu beantworten. Die folgenden Kriterien zur Planung und anschließenden Bewertung orientieren sich an denen des Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr (NEG).

Zielgruppenansprache

Als Unternehmen müssen Sie ihre Kunden kennen. Das ist im Internet nicht anders. Besuchermassen alleine helfen Ihnem Unternehmen nicht weiter. Es gilt, sich auf die relevanten Besucher zu konzentrieren, und das sind in der Regel diejenigen, mit denen man potentiell Umsatz generieren kann. Hat man seine Zielgruppe erkannt, so sollte diese Erkenntnis in alle weiteren Entscheidungen einfließen. Bei der Gestaltung sollten Farben, Schriften und Formen angemessen gewählt werden. Die Navigation darf je nach Internetaffinität der Zielgruppe in ihrer Komplexität zunehmen.

Auch Behinderungen der Besucher müssen beachtet werden. Sehbehinderte benötigen größere Schriften und die Möglichkeit, die Schrift über den verwendeten Browser weiter zu vergrößern. Für einen Augenarzt kann eine Website, die speziell an die Bedürfnisse von Blinden mit Screenreadern ausgelegt ist, besonders wichtig sein.

Kontaktmöglichkeiten

Eine gute Internetseite glänzt durch kurze Kommunikationswege. Telefonrufnummern sind nicht hinter etlichen Menüebenen versteckt. Das Wort "Kontakt" sollte auf deutschsprachigen Internetseiten von jeder Seite aus auf ein Dokument mit reichhaltigen Kontaktmöglichkeiten führen. Im Idealfall befindet sich auf jeder Unterseite eine stets sichtbare Rufnummer. Kontaktformulare erleichtern den Einstieg ins persönliche Gespräch.

Inhalt

Inhaltlich sind im Online Marketing stets zwei Ziele zu beachten, die miteinander konkurrieren. Zum einen soll die eigene Internetseite die zielgruppendefinierten Besucher optimal ansprechen und mit möglichst zielgerichteten Informationen versorgen. Zum Anderen sollen Suchmaschinen auf möglichst viele relevante Suchwörter stoßen.

Die eigenen Seiten sind für die Besucher zu gestalten. Das frühzeitige Optimieren auf Suchmaschinenbesuche sollte vermieden werden. Im Nachgang, im Zuge der Optimierung kann dann der bisherige Inhalt überdacht werden und derart optimiert werden, dass er Suchmaschinen besser adressiert, aber gleichzeitig das Besuchererlebnis nicht verfälscht.

Produkte und Dienstleistungen sollten entsprechend der Zielgruppe verständlich beschrieben, mit Grafiken illustriert und regelmäßig aktualisiert werden. Eine übersichtliche Darstellung mit vielen Absätzen und Überschriften hilft beim Aufnehmen des Inhalts.

Mehrwert

Über den "gewöhnlichen" Inhalt hinaus, sollten Dienste in Betracht gezogen werden, die dem Besucher einen Mehrwert über die reine Information hinweg bieten. Dies können Online-Rechner, Formulare oder Ähnliches sein. Mit geringer Investition kann so eine engere Bindung mit dem Kunden eingegangen werden. Außerdem eröffnet es neue Keywords bei Suchmaschinen, da auch Mehrwertdienste wie die genannten Rechner und Formulare indiziert werden und häufig bei Suchmaschinen angefragt werden.

Funktion

Zur Funktion einer Internetseite gehören alle Kriterien, die das Erlebnis des Besuchers "funktionieren" lassen. Hierzu gehören beispielsweise Suchfunktionen auf den eigenen Seiten, aber auch multimediale Ergänzungen zum Inhalt, wie Videos oder Bildergallerien. Technische Funktionen sollten stets zuverlässig funktionieren. Die Seite sollte keine toten Links enthalten. Dies kann beispielsweise mit den Google Webmaster Tools sichergestellt werden.

Navigation

Die Navigation ist eines der Hauptkriterien guter Usability. Sie hat entscheidenden Einfluss darauf, ob ein Besucher sich ungestört mit Informationen versorgen kann oder ob er bereits nach wenigen Klicks entnervt aufgibt.

Eine gut navigierbare Internetseite sollte deutliche Navigationselemente besitzen. Es muss bereits nach kurzer Zeit klar sein, mit welchen Elementen die Internetseite hauptsächlich bedient wird.

Die Struktur der Seite, also die hierarchische Darstellung aller Seiten, die sogenannte Sitemap sollte nicht zu länglich und auch nicht zu flach geraten. Es sollte vermieden werden, dass sich unter einem einzelnen Hauptmenüpunkt der Großteil des Inhalts wiederfindet.

Als Faustformel lässt sich feststellen, dass die Sitemap ein Quadrat bilden sollte. Je mehr man in der Navigation in die Tiefe gehe (längere Pfade) desto mehr Inhalt sollte man pro Ebene bieten können, um ein ausgeglichenes Verhältnis aus Tiefe und Breite zu erreichen.

Formales und Sicherheit

Gesetzliche Rahmenbedingungen sind zu beachten. Insbesondere der Impressums- und Anbieterkennzeichnungspflicht muss genüge getan sein. Werden Daten verarbeitet oder gespeichert, so muss dem Besucher in Datenschutzbestimmungen erklärt werden, was mit diesen Daten geschieht und was nach einer Verarbeitung für wie lange gespeichert wird.

Werden im Internet Verträge abgeschlossen, so müssen geltende AGB für den Kunden nicht nur betrachtbar, sondern auch speicher- und druckbar (in der Regel als PDF-Dokument gelöst) vorgehalten werden. Außerdem muss erklärt werden, wie im Falle eines Widerrufs oder einer Rückgabe verfahren wird.

Oberstes Ziel soll eine hohe Transparenz sein. Daher ist es sinnvoll neben dem Volltext der entsprechenden Vereinbarungen auch eine kurze Liste mit den wichtigsten Punkten anzubieten.

Darstellung und Gestaltung

Ein Website-Design sollte stets zeitgemäß und der eigenen Branche und den eigenen Kundenkreisen entsprechen. Es soll sich am Corporate Design des Unternehmens orientieren. Ein hoher Grad an Wiedererkennung soll gewährleistet sein.

Technische Umsetzung

Häufig werden bei der Konzeption und Umsetzung technische Aspekte vernachlässigt, die einen unerwartet hohen Einfluss auf den Erfolg einer Internetseite haben. Das Ladeverhalten hat nicht nur Einfluss auf das Erlebnis des Besuchers, sondern auch auf die Suchmaschinenplatzierung (laut Aussagen mindestens eines Google-Mitarbeiters).

Selbstverständlich sollten moderne Internetseiten in allen gängigen Browsern und in allen üblichen Auflösungen funktionieren und in alten Versionen dieser Browsern zumindest akzeptabel zu bedienen sein.

Alt-Tags zieren alle verwendeten Bilder, die nicht nur Designelemente sind. Dies hilft Google zu verstehen, was auf den Bildern abgebildet ist.

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